Bornheim – das internationale Dorf

  • Veröffentlicht am: Mo, 24 Aug 2015
  • von: Arno Helwig

„Bernem, es heißt Bernem, nicht Bornheim!“ Das durfte unser kleines hmf-Team auf der diesjährigen Bernemer Kerb recht schnell lernen. In verwinkelten und zum Teil dörflich anmutenden Straßenzügen begegneten wir kontaktfreudigen und selbstbewussten Großstädtern. Bornheim ist eben eine Marke in Frankfurt und das nicht nur aufgrund der Berger Straße. Auf der Stadtkarte und in den Augen der Verwaltung ist Bornheim nicht sehr groß. Allerdings hat man das Gefühl, das Viertel strahlt über seine engen Grenzen hinaus. Gerade die Abgrenzung zum Nordend scheint – je nachdem, mit wem man spricht – manchmal Auslegungssache.
Überhaupt schielen Viele in Richtung Bornheim; sei es als begehrter Wohnort oder als the place to be in den (Feier-)Abendstunden. Das meist negativ konnotierte Wort Gentrifizierung will hier trotzdem niemand so recht in den Mund nehmen. Na klar treibt der Zuzug die Mietpreise in die Höhe und führt zu mitunter unschönen und eng bebauten Straßenzügen. Dennoch pflegt man hier keine Feindbilder zwischen Alteingesessenen und Neuankömmlingen, jung und betagt oder einheimisch und fremd. Jeder ist willkommen, solang man sich dem liberalen Bernemer Geist verschreibt: „Hier lebt man die Toleranz, für die Frankfurt berühmt ist.“ Als Beispiel werden die hohe Dichte an Franzosen, Italiener, Thailänder, Spanier, Inder, Kroaten, Araber und anderen genannt – gemeint ist dabei sowohl die Herkunft der Menschen auf den Straßen als auch die hier ansässige Gastronomielandschaft. Die Vielfalt verträgt sich eben in Bornheim, Verzeihung, in Bernem.