Rückblick: Stadt-Halten mit TRaG

  • Veröffentlicht am: Mi, 3 Aug 2016
  • von: Erik Jacobs

Drei mit weißen T-Shirts gekleidete Personen transportierten in kompletter Stille 111 Holzlatten. Die Latten wurden an einer Wand platziert, als ob sie die Wand hielten. Zwei Stunden lang dauerte diese Aktion - die Sonne, die Fußgänger oder die Autos konnten nicht die dezidierte Laufwege der Künstler zwischen Mini-Van und Wand unterbrechen. Danach fingen sie an verschiedene Strukturen mit den Holzlatten zu konstruieren und wieder zu dekonstruieren. Manche Strukturen ähnelten den Siedlungen, in denen wir waren, andere passten so gut zum architektonischen Stil, dass sie als Ergänzungen assoziiert werden konnten. Andere Strukturen agierten wie räumliche Hindernisse und Blockaden oder bildeten einen Gegensatz zur  Umgebung des Ortes.
 

Fünf Tage lang (vom 18. bis 22. Juli) wiederholte TRaG diese Aktionen in verschiedenen Siedlungen des „Neuen Frankfurt“. Die Künstler reagierten auf die verschiedenen architektonischen und atmosphärischen Einzelheiten der jeweiligen Siedlungen. Am Mittwoch, den 20. Juli hörten wir  im deutschen Werkbund einen kleinen Vortrag über die Geschichte der Ernst-May-Siedlungen und am nächsten Tag konnte man sich mit verschiedenen Mitgliedern der Ernst-May-Gesellschaft in der Römersiedlung unterhalten.
Der Besucher wurde so aufgefordert über die physischen und sozialen Veränderungen dieser Siedlungen zu reflektieren. Folgen diese Strukturen einer Logik? Wie kommunizieren die Künstler miteinander? Warum bauen sie die Strukturen in einem Park, auf einem Gehweg oder auf der Straße wieder auf? Das sind einige Fragen, die die Performance auslöste. Einige Fußgänger ärgerten sich über die Blockaden, andere unterhielten sich miteinander und fragten sich, ob diese Strukturen Kunst oder Demonstration sei? Andere blieben unberührt und liefen auf, durch oder neben den Strukturen vorbei.
 

Am Ende werden die Holzlatten aufgeräumt, die Performance löst sich wieder auf.